Euroterminal Chełm
Der Intermodale Euroterminal Chełm ist eine strategische und internationale Logistikinvestition, die auf die wachsende Nachfrage nach effizienter, emissionsarmer Umschlaginfrastruktur in Ostpolen reagiert. Das Projekt befindet sich in der Nähe der ukrainischen Grenze und am Schnittpunkt der wichtigsten Transportwege Mittel- und Osteuropas und stellt ein bedeutendes Element der internationalen Lieferkette dar.
Stand der Investition
Das Projekt befindet sich derzeit in der Phase der fortgeschrittenen Vorbereitung. Standort- und technische Analysen wurden abgeschlossen, das Gelände wurde detailliert umwelttechnisch erfasst und ist im Bebauungsplan berücksichtigt. Im Rahmen der Vorbereitungen wurden die Energieanschlüsse an das Stromnetz gesichert, und es werden Arbeiten zum Aufbau einer hybriden Energieanlage durchgeführt, bestehend aus Wind-, Photovoltaiktechnologie und Energiespeicher. Die hybride Energieanlage soll beiden Euroterminals grünen Strom bereitstellen.
Lage
Der Terminal befindet sich in der Gemeinde Chełm, in unmittelbarer Nähe der Nationalstraße DK12, des Anschlusses Chełm Ost der Schnellstraße S12 und grenzt an Eisenbahnlinien mit zwei Spurweiten:
- Europäische Spurweite (1435 mm): gewährleistet Verbindungen nach Warschau, Danzig, der Krakauer, Schlesischen und Wroclawer Agglomeration sowie nach Westeuropa.
- Breite Spur (1520 mm): ermöglicht die Abwicklung des Güterverkehrs aus der Ukraine.
Die Lage von Chełm bietet Zugang zu den wichtigsten transeuropäischen Verkehrskorridoren TEN-T, einschließlich der Korridore Ostsee–Adria und Ostsee–Schwarzes Meer.
Flächennutzung
Die Gesamtfläche des Projekts beträgt über 80 ha und umfasst:
- Intermodalterminal und Umschlagflächen
- Investitionsflächen für Logistik und Verarbeitung
- Büro- und Betriebseinrichtungen
- Containerdepots sowie Service- und Technikzonen
- Interne Straßeninfrastruktur und Bahnanschlüsse
- Servicekomplex mit Lagerhallen, Waschstation, Werkstatt, Tankstelle und Hotelanlage
Die Raumplanung wurde so gestaltet, dass eine schrittweise Erweiterung und flexible Anpassung an die Bedürfnisse verschiedener Logistikbereiche möglich ist.
Der Euroterminal Chełm bildet zusammen mit dem geplanten Terminal in Dorohusk ein integriertes Umschlagsystem, das die Wettbewerbsfähigkeit Polens auf der logistischen Landkarte Europas steigern und neue Möglichkeiten für die wirtschaftliche Entwicklung der Region sowie die internationale Handelszusammenarbeit schaffen wird.
Technische Parameter des Terminals
Umschlaggleise:
- 4 Gleise in europäischer Spurweite (1435 mm), geplante Länge: ca. 750–1000 m pro Gleis
- 4 Breitspurgleise (1520 mm), geplante Länge: ca. 750–1000 m pro Gleis
- Gleichzeitige Bedienung von Güterzügen mit maximal zulässiger Länge (bis 750 m gemäß TEN-T-Anforderungen) geplant ist die Ausstattung der Gleise mit Oberleitungen, die den Einsatz von elektrischen Streckenlokomotiven für den Umschlag ermöglichen
Rangier- und Anschlussgleise:
- Gleisanlagen für Rangierfahrten und Anschlussgleise zur Bildung von Zügen und flexiblen Terminalbetrieb
- Eigene Bahninfrastruktur, verbunden mit den Linien Nr. 7 und 63
Moderne Terminalmanagementsysteme:
- Integriertes TOS (Terminal Operating System) zur Verwaltung von Ladungen und Ressourcen
- Containeridentifikationssysteme (OCR), automatische Tore, CCTV-Überwachung
- Automatische Tore mit OCR- und OFR-Systemen – Scannen von Containernummern und Fahrzeug-/Wagennummern, Erkennung von Containerparametern (Größe, Höhe, Türposition, Kennzeichnung gefährlicher Ladungen, automatische Dokumentation von Ladebeschädigungen etc.)
- CCTV-Überwachung
- Integration mit Zoll- und Steuerbehörden sowie Logistikdienstleistern
Energie- und Wasserinfrastruktur:
- Versorgung aus dem nationalen Stromnetz (110-kV-Leitungen, Umspannwerk Horodyszcze)
- Geplante Erweiterung von Umspannstationen und Ladestationen für elektrische Geräte
- Zugang zur kommunalen Wasser- und Abwasserversorgung sowie Möglichkeit zum Bau unabhängiger Pufferspeicher
Geplante Nutzung von Wasserstoff- und erneuerbaren Energietechnologien:
- Elektrolyseur zur Produktion von grünem Wasserstoff für Terminalausrüstung (Gabelstapler, Reachstacker, Rangierlokomotiven)
- Geplante Wasserstofftankstelle für Straße und Schiene
- PV-Anlagen + Windkraft + Energiespeicher
- Dekarbonisierungsstrategie basierend auf Energiemix: erneuerbare Energien + Wasserstoff + Netzstrom
Kapazität und Betriebseffizienz
- Zielkapazität: bis zu 600.000 TEU pro Jahr (weitere Steigerungen durch Automatisierung und Ausstattung des Terminals möglich)
- Abwicklung von Containerladungen im Schienen-Straßen-System auf der Achse EU–Polen–Ukraine: bis zu 40 Züge täglich
- Infrastruktur geeignet für komplette Intermodalzüge und Straßensätze
- Möglichkeit der Redistribution von Ladungen zu den wichtigsten Logistikzentren in Polen und Europa
Zusätzliche Funktionen
- Zoll- und Pufferlager
- Supply-Chain-Management-Zentrum
- Serviceinfrastruktur: Hotel, Gastronomie, Erholungsbereiche, sanitäre Einrichtungen
- Unterstützung des lokalen Arbeitsmarkts
Ökologie und nachhaltige Entwicklung
- Nutzung erneuerbarer Energien (EE, Wasserstoff)
- Minimierung von CO2-Emissionen durch Ausbau des Schienentransports
- Nachhaltige Verwaltung von Infrastruktur und Investitionsflächen
Geopolitische Bedeutung
- Stärkung der Ost-West-Güterkorridore und Unterstützung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus der Ukraine
- Teil der kohärenten intermodalen Infrastruktur der EU
- Integration in globale Lieferketten und die Initiative der Neuen Seidenstraße
